Grabungsgeschichte

Im Jahre 1736 lokalisierten zwei englische Reisende (Richard Pococke und Jeremia Milles) auf dem Burgfeld von Petronell die drei Fuß (ca. 0,9 m) hohen Mauern eines Militärlagers. Etwa um 1900 stellten Archäologen diesen Befund fälschlicherweise in Frage. 1977 wurde auf Grund verschiedener Bodenbefunde während dem Bau einer Einfamilienhaussiedlung am Petroneller Ortsrand eine archäologische Untersuchung des Geländes notwendig. Dabei wurde festgestellt, dass sich auf dem Areal tatsächlich ein Auxiliarkastell (Reiterlager) befand. Die Grabungen wurden dazu der Archäologin HR Dr. Herma Stiglitz übertragen, die in den folgenden zwölf Jahren die Erforschung des Kastells im Zuge einer Notgrabung unternahm. Seitens des Bundesdenkmalamtes wurden immer wieder zweijährige Bauverbote verhängt, um die archäologische Grabung fundiert weiterführen zu können. Die finanziell sehr angespannte Situation wurde durch den ehrenamtlichen Einsatz zahlreicher Freiwilligen deutlich erleichtert.
Nach der Pensionierung der Erstausgräberin setze HR Dr. Manfred Kandler von 1989 bis 2006 die Grabungen fort. Durch diese langandauernde Forschungstätigkeit gilt das Auxiliarkastell von Carnuntum als das besterforschte seiner Art in Österreich.

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