Museumsinfo

Die Ausgrabungen im Auxiliarkastell brachten zahlreiche Funde und spannende Grabungsbefunde zu Tage. Die Fülle an Fundmaterial dieses Reiterlagers machte eine Unterbringung und besucherfreundliche Präsentation nötig. Im 1987 von der Gemeinde angekauftem Kulturhaus befindet sich seit 1989 das Museum, welches der Museumsverein Auxiliarkastell betreut. Die erste Ausstellung im Jahr 1989 behandelte das Thema „Gräber und Totenkult im Raum Carnuntum“ und wurde im Tiefkeller des Hauses eingerichtet. Nach jahrelangen Umbauarbeiten und der Mithilfe vieler Freiwilligen konnte das Kulturhaus schließlich 2008 offiziell eröffnet werden.

Das Museum verfügt über drei Ausstellungsräume:
Der Ausstellungsraum 1 behandelt die „Antike Wassertechnik in Carnuntum“, indem Reste von Trinkwasserleitungen, Brunnen, Quellen und Abwasserkanälen gezeigt werden. Diese garantierten die lebensnotwendige Trinkwasserversorgung und Abwasserableitung für Militär und Zivilbevölkerung. Dank Leihgaben des Archäologischen Parks Carnuntum in Form von Wasserleitungsrohren aus Ton und Blei wurde die Ausstellung im Jahr 2016 erweitert.

Ausstellungsraum 2 widmet sich dem Reiterlager der Provinzhauptstadt Carnuntum und der Dokumentation der Ausgrabungen unter HR Dr. Manfred Kandler (Österreichisches Archäologisches Institut). Ausgewählte Exponate und Texttafeln geben unter dem Motto „PVGNA ET LABORA“ (kämpfe und arbeite) Einblick in das strikt organisierte Leben römischer Hilfssoldaten.

Im Tiefkeller des Museums befindet sich das „Highlight“ unserer Schauobjekte, gut behütet durch einen von der Firma Kallinger errichteten unterirdischen Schutzbau. Es handelt sich um ein im gesamten Imperium einmaliges Kreuzungsbauwerk eines Abwasserkanals und einer Trinkwasserleitung, welches von der klassischen römischen Bauordnung abweicht.

Im rückwärtig gelegenen Gartenbereich des Kulturhauses befindet sich das Lapidarium mit zwölf Grabsteinen, welche vom Gräberfeld rund um das Auxiliarkastell stammen. Sie sind wie in Stein gemeißelte Lebensläufe einstiger Bewohner und geben daher intime Einblicke in deren Privatleben.

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